Ein bewusster Umgang mit Sterben, Tod und Trauer ist für uns heute nicht mehr selbstverständlich und mit viel Unsicherheit verbunden. Viele sterbende und trauernde Menschen bleiben mit ihren Ängsten und Nöten oft allein und unverstanden.


In unserer Kultur gibt es jedoch ein reiches, vornehmlich weibliches Erbe an Unterstützungs- und Begleitungsmöglichkeiten für Menschen an Lebensübergängen und in Trauer. So waren es im Mittelalter vor allem Frauen, die kundig waren in der Begleitung Sterbender und Trauernder, wie z.B. Beginen, Totenfrauen und Seelfrauen.


Altes und neues Frauenwissen um Geburt und Tod mit heutigen Ansätzen und Methoden der Begleitung zu verbinden, ist ein besonderes Anliegen dieser Ausbildung. Dabei fügt sie der Sterbe- und Trauerbegleitung auch die Kunst des sogenannten „Seelengeleits“, der Begleitung der Seele Verstorbener, hinzu.



Die Seelfrau


Seelfrauen übernahmen im Mittelalter die mit der Begleitung Sterbender und Trauernder verbundenen Dienste. Sie versorgten die Verstorbenen und leisteten deren Seele geistigen Beistand.


An diese weibliche Tradition knüpfen heutige Seelfrauen an:


- Sie sind dazu ausgebildet, trauernde und sterbende Menschen mit Einfühlungsvermögen und Fachwissen zu begleiten

- Sie unterstützen individuell durch praktisches Tun, mit psychologischem Feingefühl und spiritueller Offenheit

- Sie wenden altes Frauenwissen um Tod und Sterben in einer zeitgemäßen Weise an

- Sie sind erfahren im Durchgang durch eigene Trauer

- Sie sind kreativ in der praktischen Gestaltung von Abschieden und Alltagshilfen

- Sie geleiten die verstorbene Seele auf ihren Weg



Ausbildungsinhalte


An den Wochenenden werden die Themen sowohl theoretisch als auch praktisch mit zahlreichen Methoden zur Selbsterfahrung vermittelt. Lerngruppen und Supervision vertiefen die Lerninhalte. Ebenfalls geplant sind themenbezogene Besichtigungen/Führungen (Ewigforst, Krematorium, Hospiz etc.).


Einige Inhalte

- Trauerprozesse von Kindern und Erwachsenen

- historische, kulturelle und religiöse Vorstellungen und Traditionen

- Psychologie der Gesprächsführung, Gruppendynamik, Gruppenleitung

- systemischer Blick auf Trauer

- Umgang mit erschwerter Trauer und Schuldgefühlen

- spirituelle Möglichkeiten der Begleitung

- Sterbeprozesse, Sprache und Bedürfnisse Sterbender

- Versorgung und Geleit Verstorbener

- Selbstfürsorge und Grenzen der Begleitung


Sich den eigenen Ängsten verständnisvoll zuzuwenden, ist Bestandteil der Ausbildung.

Inhalte